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Nationales Register zum Plötzlichen Herztod von Athleten
Nationales Register zum Plötzlichen Herztod von Athleten

Plötzliche Todesfälle im Sport sind sehr seltene Ereignisse. Sie treten mit einer Häufigkeit von 0.5 bis 3 Fällen pro 100,000 Athleten pro Jahr auf und zeigen Unterschiede bezüglich Region, Alter und Geschlecht. Männer sind in 90% der Fälle betroffen. In mehr als der Häfte der Fälle ist eine strukturelle Herzerkrankung oder eine angeborene Anomalien der Herzkranzgefässe für das plötzliche Versterben des Athleten verantwortlich. Bei einigen Athleten verstirbt der Athlet durch einen Unfall. Ein nichtdurchbohrender Schlag auf den Brustkorb kann Herzrhythmusstörungen auslösen (Commotio Cordis). Selten sind Hitzschlag, Substanzmissbrauch oder eine Lungenerkrankung ursächlich. Bei Athleten mit einem Marfan Syndrom kann es zur Erweiterung und zum Einreissen der Hauptschlagader kommen. Bei Fehlen einer struktuellen Herzerkrankung kann das Reizleitungssystem (z.B. Wolff-Parkins-White Syndrom) betroffen sein oder aber Ionenkanäle des Herzens verändert sein (z.B. Long QT-Syndrom oder katecholaminerge polymorphe VT), was zu belastungsabhängigen Herzrhythmus-störungen führen kann.

Hypertrophe Kardiomyopathie             Bild 
Die Erkrankung ist charakterisiert durch eine meist asymmetrische Verdickung (Hypertrophie) der Muskulatur der linken Herzkammer. Bei einem Teil der Fälle kommt es zu einer unter Belastung zunehmenden Verengung (Obstruktion) der linksseitigen Ausflussbahn. Die meisten Patienten sind asymptomatisch. Luftnot, Brustschmerzen, Herzklopfen oder Ohnmachsanfälle können auftreten. Belastungsabhängige Herzrhythmus-störungen können zu plötzlichen Todesfällen führen.  Die Erkrankung tritt autosomal dominant auf und ist relativ häufig (1:500). Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Über 200 Gendefekte auf insgesamt zehn Genen sind bekannt. Kinder unter 13 Jahren sind meistens stille Genträger. EKG-Veränderungen sind in über 90% der Fälle vorhanden. Bestätigt wird die Diagnose in der Echokardiographie. Athleten mit einer Hypertrophen Kardiomyopathie sollten keinen Leistungssport treiben.

Arrhythmogene Rechtsventrikuläre Kardiomyopathie
Die Erkrankung ist charakterisiert durch den Ersatz von Herzmuskelgewebe durch Binde- und Fettgewebe, insbesondere im Bereich der rechten Herzkammer. Dadurch kann es zu einer Erweiterung der rechten Herzkammer und zum Auftreten von bösartigen Herzrhythmusstörungen kommen. Patienten präsentieren sich mit Ohnmachsanfällen oder dem plötzlichen Herztod. Die Erkrankung wird autosomal dominant vererbt und tritt häufig auch sporadisch auf. Die Inzidenz variiert von 1:10,000 (U.S.A.) bis 40:10,000  (Italien) Fällen pro Jahr. Athleten mit einer Arrhythmogenen Rechtsventrikuläre Kardiomyopathie sollten keinen Leistungssport treiben.

Angeborene Long QT Syndrome           Bild
Seltene Gruppe von Erkrankungen die durch eine Veränderung von Ionenkanälen am Herzen charakterisiert ist. Dadurch ist die elektrische Erregung des Herzens verändert, die Repolarisationszeit  ist verlängert. Das erleichtert das Auftreten von Herzrhythmusstörungen.  Die Patienten können asymptomatisch sein, oder sich mit  Ohnmachtsanfällen oder plötzlichen Todesfällen präsentieren. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Beim Long QT Typ I und II treten die Herzrhymusstörungen insbesondere bei körperlicher Aktivität auf. Athleten mit Long QT Syndrom sollten keinen Leistungssport treiben.

Anomalien der Herzkranzarterien         Bild
Seltene angeborene Herzerkrankung mit atypischem Abgang der rechten oder linken Herzkranzarterie. Bedeutsam ist der falsche Abgang der linken Herzkranzarterie mit einem Verlauf zwischen Hauptschlagader und Wurzel der Lungenarterie. Hier kann es, insbesondere bei starker körperlicher Belastung, zu einer Abknickung oder Kompression der linken Kranzarterie kommen. Das kann zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels führen, infogedessen bösartige Herzrhythmusstörungen auftreten können. Die Patienten können asymptomatisch sei oder belastungsabhängige Brust-schmerzen zeigen. Kompetitiver Sport kann nach einer chirurgischen Korrektur fortgesetzt werden.

Koronare Herzerkrankung                     Bild
Intensive körperliche Belastung kann bei Athleten mit kardiovaskulären Risikofaktoren zu einer Plaqueruptur mit nachfolgendem Myokardinfarkt und Kammerflimmern führen.